Cookie-Rezepte
In diesem Bereich der Cookielerie werde ich Ihnen nach und nach ausgewählte Cookie-Rezepte zur Verfügung stellen, von zeitlosen Klassikern bis zu neu interpretierten Kreationen. Jedes Rezept trägt seine eigene Geschichte in sich und lädt Sie dazu ein, die Vielfalt der Cookie-Rezept-Welt zu entdecken.
Den Anfang macht ein ganz besonderer Klassiker: Das Chocolate-Chip-Cookie. Es gilt als Ausgangspunkt der modernen Cookie-Kultur und hat Generationen von Cookie-Liebhaberinnen und -Liebhabern geprägt. Hinter diesem Rezept steht eine bemerkenswerte Frau, deren Idee die Art, wie wir Cookies backen und genießen, bis heute beeinflusst.
Ruth Graves Wakefield – Die Frau hinter dem Chocolate Chip Cookie
1938 veröffentlichte die US-Amerikanerin Ruth Graves Wakefield das erste Rezept für Chocolate Chip Cookies, wie wir sie heute kennen. In der Küche ihres Lokals Toll House Inn in Whitman, Massachusetts, das sie gemeinsam mit ihrem Mann führte, entwickelte sie über längere Zeit hinweg ein Cookie, das nicht nur besonders aromatisch war, sondern vor allem reichlich Schokostückchen enthielt. Das Rezept ging viral, wie wir heute sagen würden: Zeitungen berichteten über sie, sie trat in Radiosendungen auf, und Menschen kamen von weit her, um dieses besondere Cookie zu probieren. Das hartnäckige Gerücht, die Erfindung sei ein Zufall gewesen, wies Ruth Graves Wakefield zeitlebens entschieden zurück.

1939 verkaufte sie die Rechte an ihrem Rezept an den Schokoladenhersteller Nestlé, angeblich für nur einen Dollar und eine lebenslange Versorgung mit Nestlé-Schokolade. Ein Jahr später brachte Nestlé die ersten speziell zum Backen entwickelten Schokoladenstückchen auf den Markt, die ihre Form beim Backen behielten. Das Rezept wird bis heute auf den Verpackungen geehrt. Ruth Graves Wakefield zog sich 1966 aus dem Geschäftsleben zurück und verstarb 1977 in Duxbury, Massachusetts. Das historische Toll House Inn brannte 1984 vollständig ab. Ein wahrlich dramatisches Ende für den Geburtsort des Chocolate Chip Cookies. Doch ihre süße Erfindung lebt weiter: 1997 wurde das Toll House Chocolate Chip Cookie zum offiziellen State-Cookie von Massachusetts erklärt.
Das Rezept des legendären Cookies möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Es orientiert sich am klassischen Chocolate-Chip-Cookie nach Ruth Graves Wakefield und versteht sich als Würdigung ihres Originals. Die Zubereitung des Teiges habe ich meiner 5-Schritte-Anleitung zum Cookie-Backen angepasst.
Rezept – Chocolate-Chip-Cookie nach Ruth Graves Wakefield
Stückzahl: ca. 10 Cookies, á 70 g
Backofen: 190 °C, Ober- und Unterhitze
Backzeit: ca. 12–15 Minuten
Teig kühlen: 2 bis mehrere Stunden
Haltbarkeit: gekühlt einige Tage
ZUTATEN
135 g Mehl (glatt, Typ 480)
2,5 g Backnatron (ca. 1/2 TL, gehäuft)
2,5 ml heißes Wasser (ca. 1/2 TL, zum Auflösen des Backnatrons)
1/2 TL Speisesalz (gestrichen)
60 g Walnüsse (gehackt)
170 g Schokodrops (zartbitter, Original: alle Schokodrops dem Teig zufügen. Modern: 125 g der Schokodrops in den Teig, 45 g als Topping beiseitelegen)
115 g Butter (weich)
70 g brauner Zucker (hell, fein)
75 g Feinkristallzucker
1 Ei (Raumtemperatur, Größe L)
1/2 TL Vanilleextrakt
ARBEITSSCHRITTE
1. Mehl (gesiebt), Salz, Walnüsse und (entweder 170 g oder 125 g) Schokodrops in einer Schüssel sehr gut vermischen.
2. Das Backnatron in einem kleinen Becher in dem heißen Wasser auflösen. In einer Rührschüssel Butter, braunen Zucker, Feinkristallzucker und Vanilleextrakt mit einem Handmixer schaumig schlagen. Das Ei hinzufügen und weiter mixen, bis eine cremige, glatte Konsistenz entstanden ist. Zuletzt das aufgelöste Backnatron einrühren.
3. Die Mehl-Nuss-Mischung der Butter-Ei-Masse zufügen und auf niedriger Mixerstufe (1) mixen, bis sich alle Zutaten gerade eben verbunden haben. Den Teig in ein passendes Frischhaltegefäß füllen, verschließen und einige Stunden (am besten über Nacht) kühlen.
4. Backofen vorheizen. Mit einem Eisportionierer (Löffel oder per Hand) etwa 70 g schwere Teigportionen abstechen und mit ausreichend Abstand auf Backpapier am Backblech legen. Anschließend die Teigkugeln formen und mit dem Handballen gleichmäßig andrücken (etwa 1–1,5 cm dick). Ränder bei Bedarf mit den Fingern glatt und rund nachformen. Für die moderne Interpretation: Auf jedes Cookie ca. 6–7 Schokodrops locker in den Teig drücken. Alternativ können sie auch direkt nach dem Backen in die noch heißen Cookies gedrückt werden. Cookies ab unterem Ende der Backzeit im Blick behalten. Die Cookies sind fertig, wenn sich an der Unterseite ein leicht goldbrauner Rand gebildet hat.
5. Cookies am Backblech etwas abkühlen lassen, dann mit einem Pfannenwender vorsichtig auf ein Kuchengitter heben (die Cookies sind nach dem Backen sehr weich) und vollständig auskühlen lassen.
